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50 Jahre SKODA 1203_ zuverlässiger Allround-Transporter mit Kultstatus_ Der SKODA 1203 was das mit Abstand meistverbreitete leichte Nutzfahrzeug des 20_ Jahrhunderts in der Tschechoslowakei_ Allein in Vrchlab_ wurden in den Jahren 1968 bis 1981 insgesamt 69_727 Exemplare gebaut_ Die selbsttragende Frontlenker-Karosserie gab es auch in der Ausführung Mikrobus_
50 Jahre ŠKODA 1203: zuverlässiger Allround-Transporter mit Kultstatus. Der ŠKODA 1203 was das mit Abstand meistverbreitete leichte Nutzfahrzeug des 20. Jahrhunderts in der Tschechoslowakei. Allein in Vrchlabí wurden in den Jahren 1968 bis 1981 insgesamt 69.727 Exemplare gebaut. Die selbsttragende Frontlenker-Karosserie gab es auch in der Ausführung Mikrobus.
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50 Jahre ŠKODA 1203: zuverlässiger Allround-Transporter mit Kultstatus

14. September 2018
› Vor einem halben Jahrhundert wurde der ŠKODA 1203 mit Frontlenker-Karosserie vorgestellt
› Kompakter Kleintransporter wurde im tschechischen Werk Vrchlabí und im slowakischen Trnava gefertigt
› Eigenständig designter Lastesel gehört dank zahlreicher Auftritte in beliebten tschechoslowakischen Filmen und TV-Serien fest zur Popkultur seiner Heimat

Mladá Boleslav – Der ŠKODA 1203, das am weitesten verbreitete tschechoslowakische Nutzfahrzeug des 20. Jahrhunderts, feiert seinen 50. Geburtstag. Seine Premiere erlebte der als Frontlenker konzipierte Kleintransporter am 14. September 1968 auf der Maschinenbaumesse in Brünn. Der ŠKODA 1203 war zu seiner Zeit allgegenwärtig und begleitete die Tschechen und Slowaken buchstäblich von der Wiege bis zur Bahre – denn es gab ihn als Krankentransporter ebenso wie als Leichenwagen und in zahllosen Varianten als Mikrobus, Liefer- und Pritschenwagen, Werkstattfahrzeug und vieles mehr.

Die Geschichte des ŠKODA 1203 spiegelt viele Besonderheiten der zentral gesteuerten Planwirtschaft in der Tschechoslowakei der Nachkriegszeit wider. Bereits in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre startete in Vrchlabí die Entwicklung eines leichten Nutzfahrzeugs mit fortschrittlicher selbsttragender Karosserie im praktischen One-Box-Design – doch erst 1968 begann die Produktion. Seine Premiere feierte der ŠKODA 1203 am 14. September 1968 auf der Internationalen Maschinenbaumesse in Brünn. Das Debüt stand im Schatten der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Armeen von fünf Staaten des Warschauer Pakts, die am 21. August 1968 als Reaktion auf die Freiheitsbewegung des ‚Prager Frühlings‘ einmarschiert waren. Als einzige Neuerscheinung der heimischen Automobilindustrie sorgte der ŠKODA 1203 dennoch für großes Aufsehen.

Kleintransporter im One-Box-Design
Im Werk Vrchlabí entstanden in den späten 1950er-Jahren die leichten Nutzfahrzeuge ŠKODA 1201 und 1202. Allerdings basierten sie auf Pkw-Modellen und boten daher nur beschränkten Laderaum und Nutzlast. Auch ihr Zentralrohrrahmen galt als nicht mehr zeitgemäß. So begannen die Ingenieure im Frühling 1956 mit der Entwicklung eines modernen Kleintransporters. Vom Anfang an verfolgten sie ein Frontlenker-Karosseriekonzept, bei dem der Motor auf Höhe der Vordersitze platziert ist. Der Transporter besitzt also keinen vorstehenden Motorraum – was heute als One-Box-Design bezeichnet wird. Dieses Konzept ermöglichte eine optimale Nutzung des umbauten Raums. Die Karosserie des ŠKODA 1203 war selbsttragend, kam also ohne den bis dahin üblichen Rahmen aus. Da für das gesamte Modellprogramm möglichst viele Gleichteile benutzt werden sollten, erhielt der ŠKODA 1203 zahlreiche bewährte Komponenten anderer Modelle der Marke. Der 1.221 ccm große OHV-Vierzylindermotor etwa wurde aus dem 1202 abgeleitet und leistete 49 PS (39 kW). Die Cockpitinstrumente und die Rückleuchten wiederum stammten unverkennbar vom ŠKODA 1000 MB. Die hohe Nachfrage nach dem beliebten Stufenheckmodell 1000 MB im In- und Ausland führte dazu, dass ab Mitte 1967 der Motorenbau für den 1202 und den kommenden 1203 sukzessive vom ŠKODA Stammwerk Mladá Boleslav zum Unternehmen Kovosmalt im slowakischen Trnava verlagert wurde, das dann in Trnavské automobilové závody (Automobilwerke Trnava) umbenannt wurde.

Vom Krankentransporter bis hin zum Werkstattfahrzeug
Die Serienfertigung des ŠKODA 1203 startete am 20. November 1968 im umfassend modernisierten Werk Vrchlabí, parallel zu dem bis 1973 gebauten Vorgänger 1202. Zunächst wurde der ŠKODA 1203 ausschließlich als Kastenwagen ausgeliefert. Bei kompakten Außenmaßen von 4.520 mm Länge, 1.800 Breite und 1.900 mm Höhe bot er einen 5,2 Kubikmeter großen Laderaum. Die erlaubte Nutzlast entsprach mit beachtlichen 950 Kilogramm fast dem Leergewicht von 1.170 Kilogramm. Als Höchstgeschwindigkeit wurden 90 km/h angegeben, der Verbrauch – damals gemessen bei konstanten 60 km/h – lag bei 11 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Eine Blechwand mit Sichtfenster trennte die zweisitzige Fahrerkabine vom Laderaum. Eine breite seitliche Schiebetür an der rechten Seite sowie die horizontal geteilte Heckklappe gaben einen großzügigen und flexiblen Zugang zum Laderaum frei.

Bis zum 31. Dezember entstanden 192 Exemplare dieser Lieferwagen – und zusätzlich drei Mikrobusse mit Rundumverglasung. Später erweiterte ŠKODA das Angebot um zahlreiche Versionen vom Pritschenwagen über Werkstattfahrzeuge und Leichenwagen bis zu den sehr häufig im Straßenverkehr anzutreffenden Krankenwagen.

Der ŠKODA 1203 wurde ausschließlich an den ‚sozialistischen Sektor‘ verkauft, also an staatseigene Unternehmen oder Genossenschaften. Privatkunden mussten sich gedulden, bis diese Fahrzeuge ausgemustert und als Gebrauchtwagen angeboten wurden. Der Grund dafür war nicht nur der Mangel an Fahrzeugen, sondern vor allem deren Nutzfahrzeugcharakter: Privates Gewerbe war in der sozialistischen Tschechoslowakei unerwünscht.

Monopolstellung auf dem tschechoslowakischen Nutzfahrzeugmarkt
Außer für den heimischen Markt und weitere Ostblockländer war der ŠKODA 1203 auch in Frankreich und Belgien sowie in einigen exotischen Märkten wie Ägypten homologiert. Zahlreiche Auslandsauftritte erlebten ab 1971 zwei verlängerte Sonderanfertigungen: Sie dienten als Renntransporter für die ŠKODA 100 L, die in der Tourenwagen-Europameisterschaft starteten.

Im Werk Vrchlabí endete die Produktion des ŠKODA 1203 nach 69.727 gebauten Fahrzeugen im Jahr 1981. In den Automobilwerken in Trnava in der Slowakei wurde der Allround-Transporter mit vielen technischen Optimierungen noch bis in die zweite Hälfte der 1990er-Jahre weitergebaut.

In seiner Heimat gilt der 1203 als Ikone der Automobil- und Popkultur – und das nicht nur, weil er fast ein Vierteljahrhundert lang praktisch eine Monopolstellung auf dem heimischen Nutzfahrzeugmarkt einnahm. Vielmehr wurde er auch dank vieler ‚Rollen‘ in tschechoslowakischen Film- und Fernsehproduktionen unsterblich.
 
ŠKODA AUTO
› wurde in den Pioniertagen des Automobils 1895 gegründet und ist damit eines der weltweit traditionsreichsten Automobilunternehmen.
› bietet seinen Kunden aktuell acht Pkw-Modellreihen an: CITIGO, FABIA, RAPID, OCTAVIA, KAROQ, KODIAQ sowie KAMIQ (in China) und SUPERB.
› lieferte 2017 weltweit mehr als 1,2 Millionen Fahrzeuge an Kunden aus.
› gehört seit 1991 zum Volkswagen Konzern, einem der global erfolgreichsten Automobilhersteller. ŠKODA AUTO fertigt und entwickelt selbständig im Konzernverbund neben Fahrzeugen auch Komponenten wie Motoren und Getriebe.
› unterhält drei Standorte in Tschechien; fertigt in China, Russland, der Slowakei, Algerien und Indien vornehmlich über Konzernpartnerschaften sowie in der Ukraine und Kasachstan mit lokalen Partnern.
› beschäftigt mehr als 35.000 Mitarbeiter weltweit und ist in über 100 Märkten aktiv.
› treibt im Rahmen der ŠKODA Strategie 2025 die Transformation vom Automobilhersteller zur „Simply Clever Company für beste Mobilitätslösungen“ voran.

Die ŠKODA AUTO Deutschland GmbH
› trat im September 1991 in den deutschen Markt ein.
› repräsentiert in Verbindung mit rund 1.300 Vertriebs- und Service-Partnern die Marke ŠKODA in Deutschland.
› ist Teil der Erfolgsgeschichte der tschechischen Traditionsmarke: 2017 wurden in Deutschland über 194.000 neue ŠKODA Fahrzeuge als Pkw zugelassen, das entspricht einem Marktanteil von 5,6 Prozent. Damit war ŠKODA nicht nur im neunten Jahr in Folge Importmarke Nummer eins in Deutschland, sondern hat seine Position unter den renommierten Volumenmarken weiter gefestigt.